Camp 21

Camp 21 hatte mich sowohl mit dem Cover als auch der Inhaltsangabe überzeugt und stand noch vor Erscheinen sehr weit oben auf meiner Wunschliste. Dann las ich die vorwiegend sehr guten Kritiken und war überzeugt, das wird mein neues Lese-Highlight, allerdings…

Camp 21: Grenzenlos gefangen von Rainer Wekwerth

Verlag Areana
Genre Kinder – und Jugendbuch
Erscheinungstermin 02.01.2017
Seitenanzahl 352
ISBN 978-3401601779
Mehrteiler nein
Preis 16,99 €
Altersfreigabe 14 – 17 Jahre

Enttäuschend vorhersehbar

Inhalt

Mike und Kayla sind in Camp 21 gelandet. Sie kennen sich kaum und mögen sich noch weniger. Durch elektronische Armbänder aneinander gefesselt, ist es ihnen unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen. Entfernen sie sich zu weit voneinander, empfangen sie über die Fessel quälende Schmerzimpulse. Während Kayla versucht mit der Situation zurechtzukommen, ahnt Mike, dass im Camp etwas nicht stimmt. Nach einem tödlichen Vorfall gelingt den beiden die Flucht. Doch dies ist erst der Anfang einer atemberaubenden Jagd, denn die Fesseln, die geheimen Experimente und die Liebe zueinander bilden für Mike und Kayla ein gefährliches Netz, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. (Quelle: Arena)

Meine Meinung

Das Cover ist wirklich gut gelungen. Es impliziert Gefahr, Gefangenschaft und eine düstere Story. Ich war sehr angetan von der Gestaltung und bin es immer noch, doch leider täuschte es ein wenig vor der doch recht lahmen Geschichte. Doch dazu gleich mehr.

Was ich neben dem Cover positiv hervorheben möchte, ist die Idee, die der Story zugrunde liegt und natürlich auch der recht einfache Schreibstil von Rainer Wekwerth, durch den man relativ schnell durch die Geschichte kommt.

Damit hat es sich leider auch schon. Gleich zu Anfang war ich etwas verwirrt über die harte Handhabe der Polizisten gegenüber Ricky und Mike und auch die Entscheidung von Kaylas Eltern war für mich sehr fragwürdig. Allgemein werden Eltern in diesem Buch sehr negativ und unsymphatisch dargestellt.

Mike und Ricky müssen laut richterlichem Beschluß in ein Erziehungscamp, weil sie eine Spritztour in Papas Wagen gemacht haben und die Schule geschwänzt. Ja, Ricky hat Gras geraucht, das ist nicht okay, aber ihn wie einen Schwerverbrecher zu behandeln – und nichts anderes tut der Polizist – das ist schon recht seltsam. Zunächst dachte ich, ich befände mich in einer Dystopie in der Zukunft, aber der Rest des Buches zeugt eher nicht davon, jedenfalls nicht von einem Polizeistaat oder gar anderen, wesentlich härteren Gesetzen.

Rickys Reaktionen lassen jedoch auch zu wünschen übrig. Ein trotziger Teenager ja, aber ein völlig beratungsresistenter Wüterich, der völlig hirnlos reagiert, das kann man nicht mal dem Gras anlasten, das er geraucht hat.

Allgemein haben die Charaktere nicht sonderlich viel Tiefe aufzuweisen. Aber damit geht es allem in dem Buch.

Mike und Kaylas Liebesgeschichte ist dann auch mehr ein „So, ach echt, jetzt bin ich verliebt!“ Moment, als wirklich nachvollziehbar. Erst mögen sie sich nicht oder vielmehr sie ihn nicht. Was auch durchaus verständlich wäre, doch dann ups, knutschen sie.

Die gesamte Handlung wirkt aneinander gereiht, die Tiefe fehlt fast völlig, dabei ist die Idee mit dem Erziehungscamp wirklich gut und hat sehr viel Potential. Hier ist aber leider dann auch viel verschenkt worden.

Als es schließlich zur Flucht kommt, habe ich angefangen, Seiten nur noch querzulesen. Und erschreckender Weise hat das gereicht! Ich denke nicht, dass ich Wesentliches verpasst habe.

Der Epilog ist zwar nett, hat aber nicht die Lösung parat, die ich mir gewünscht hätte und genau wie der Rest des Buches eher flach und wirkt konstruiert.

Ich bin tatsächlich enttäuscht über so viel verschwendetes Potential.

Fazit

Für kurzweilige Unterhaltung, in der eine anspruchslose Story reicht, taugt das Buch. Vermutlich werden auch genug junge Leser an der Action ihren Gefallen finden. Allerdings konnte mich der neue Roman von Rainer Wekwerth nicht überzeugen.

Daher kann ich nur  2 von 5 Sternen vergeben.

2_stars

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