Animalis – Die Legende vom ersten Drachen von Nicole Knoblauch

R E Z E N S I O N
(unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar)

*Animalis – Die Legende vom ersten Drachen*
erscheint am 01.12.2021 im Piper Verlag

Warum ich das Buch einerseits mochte, es mich aber dennoch zu viel Kritik zwingt.

So würde ich meine Überschrift ziemlich sicher wählen. Doch warum? Wie kann man ein Buch mögen, es aber zeitgleich auseinandernehmen? Gut, auseinandernehmen klingt eindeutig zu hart. Ich beginne einfach mal, dann erklärt sich das vielleicht von alleine.

Animalis handelt von einer Welt neben unserer Welt oder vielmehr von Fabelwesen (Animalis), die in unserer Welt neben uns in Menschengestalt leben und ihre eigentliche Form vorwiegend nur in einer, ihrer, Parallelwelt annehmen, welche man durch Portale erreicht.

Pamina hält sich für eine normale Frau, die gelernt hat, eigenständig zu denken und zu handeln. Sie ist relativ groß, nicht hässlich, aber halt kein zierliches Püppchen. Durchtrainierte Typen, die Selbstbewusstsein ausstrahlen kann sie nicht leiden. Ihre Abneigung gegen andere Individuen äußert sich gerne mal in Form von Übelkeit. Soweit normal, denkt sie. Doch als Robin, ein gutaussehender durchtrainierter Typ, mit ihr in der U-Bahn zusammenstößt, ist da nicht nur Übelkeit, sondern farbiges Licht und das Gefühl, etwas würde sich in ihre Haut brennen. Während Pamina das gern so schnell wie möglich vergessen möchte, will Robin nur eins. Sie wiederfinden und mit ihr sprechen, denn Pamina ist eins definitiv nicht, ein gewöhnlicher Mensch.

So weit so gut. Die Geschichte ist im Großen und ganzen unterhaltsam, auch wenn manches zu sehr in den Fokus geriet, während anderes mehr Aufmerksamkeit erfordert hätte. Doch der Schreibstil von Nicole Knoblauch ist locker leicht und so ließ sich die Geschichte schnell und entspannt lesen.

Wie gesagt, ich fühlte mich eigentlich gut unterhalten. Was ich jedoch zu kritisieren habe, ist eigentlich etwas, was ich hätte positiv hervorheben sollen, aber nicht kann. Pamina wirkt wenig aufgeregt und hält viel von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und wenig von Rassismus. So weit so gut. Doch die Autorin hat es geschafft, sie fast wie eine Predigerin wirken zu lassen. Sie kritisiert Robin und die Gesellschaft seines Volkes permanent, ohne zu hinterfragen. Ihre Vorhaltungen werden irgendwann einfach zu viel. Das Thema ist wichtig, das Thema muss angesprochen werden, aber in diesem Buch verdrängt es zeitweise die eigentliche Handlung und wird teilweise so dominant, dass alles andere in den Hintergrund gerät. Plötzlich sind tote Familien, der Weltuntergang, gar das Mysterium ihrer Verbindung unwichtig.
Selbst die Liebesgeschichte, die klischeehafter kaum sein könnte, von Abneigung zu unsterblicher Liebe, und oft viel zu sehr in den Vordergrund rückt, stört das Gesamtbild nicht so sehr wie Paminas Anprangerungen. Dabei ist sie selbst nicht vor Vorverurteilungen sicher und Unvoreingenommen ist sie auch nicht, im Gegensatz zu Robin, der sich redlich Mühe gibt, Pamina zu unterstützen und zu verstehen.

Ja, grundsätzlich gefiel mir die Idee und auch der Fantasyteil machte Spaß. Die Geschichte um Wechselbälger, Drachen, Phönixen und Undinen, das Setting in Frankfurt bzw. Deutschland war wirklich nett und erfrischend. Robin mochte ich gern, genauso wie Luan. Einzig bei Pamina, konnte mich die Autorin nicht begeistern, was an ihrer verbohrten Art lag.

Das Buch bekommt trotzdem von mir knappe 4 von 5 Sternen.

Ich möchte grundsätzlich noch was dazu sagen. Das Thema Rassismus ist wichtig, genauso wie Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. Ich finde jedoch manches geht zu weit. Wenn ich befürchten muss, dass jedes Wort, das ich von mir gebe, auf die Goldwaage gelegt wird und ich Angst haben muss, ob ich deswegen angefeindet werde, dann stimmt etwas mit unserer Gesellschaft nicht. Und ist das nicht dann auch eine Form von Mobbing umd Diskriminierung? Keiner fragt heute nach den Hintergründen, sondern vorveruteilt nur. Auch diejenigen, die sich so vehement dem Kampf eben gegen Rassismus, Diskriminierung etc. stellen.
Jeder kann was tun, aber nur ständig mit dem Finger auf andere zeigen, Fehler suchen, das bringt uns nicht weiter.

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